Beim Nationalen IT-Gipfel 2016 in Saarbrücken gab es eine legendäre Situation. In einer Diskussionsrunde auf der großen Bühne ließ der Moderator fast 30 Minuten lang keine Frau zu Wort kommen. 45 Minuten sollte die Gesprächsrunde dauern. Fünf Männer, drei Frauen, darunter Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und Unternehmerin Susanne Klatten, standen aufgereiht wie eine Perlenkette auf der Bühne und erlebten, wie das Wort stets nur den Herren erteilt wurde. Schließlich weigerte sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel auf weitere Fragen zu antworten, „wenn nicht endlich eine Frau zu Wort käme“. Er erntete dafür massiven Applaus. – Diese Szene brachte mich auf den Gedanken: Braucht es auf dem Weg zur Emanzipation immer auch einen Mann, der den Frauen die Tür aufhält?
Aus meiner Sicht gibt es drei Arten männlicher Feministen: 1. den Mentor, 2. den Sohn und 3. den Vater.
Angela Merkel hatte Helmut Kohl, Brigitte Zypries wurde von Gerhard Schröder gefördert. Viele erfolgreiche Frauen werden von Männern protegiert. Das ist zum einen allein deshalb so, weil an den Spitzen von Wirtschaft, Politik und Macht nun einfach mehr Männer als Frauen vorhanden sind. Schaut man sich aber die Frauen an der Spitze an, so ziehen diese nicht immer in gleichem Maße weibliche Nachfolgerinnen mit sich und machen sie gezielt groß.
Dann gibt es den Sohn der Mutter, die die 68er miterlebt hat und sich während dieser Zeit emanzipierte. Nicht selten waren die Mütter alleinerziehend und die Söhne haben erlebt, wie stark die Frauen sein müssen. Allerdings haben sie auch wahrgenommen, dass eine Gleichberechtigung der Geschlechter noch nicht in ausreichendem Maße vorhanden ist. Und wie angeboren haben sie ein Auge auf die feinen, kleinen Nuancen im Umgang miteinander und im Berufsleben für Situationen, in denen Frauen sachlich unbegründet den Kürzeren ziehen. Sie sprechen sich offen für eine Gleichberechtigung der Geschlechter aus und wissen, dass Menschen wie sie dabei nichts verlieren, sondern nur gewinnen können. Sigmar Gabriel zählt wahrscheinlich dazu.
Und zu guter Letzt, der Vater als Feminist. Verstärkt nehme ich die Väter wahr, die ihre Mädchen zu starken, selbstbewussten und mutigen Menschen erziehen. Zum einen befördert durch die aktuelle Familienpolitik füllen Väter die Erziehungsrolle auch schon für ganz kleine Mädchen aus und lassen keinen Unterschied gelten, wenn es um die Höhe des Klettergerüsts geht oder um die Bereitschaft, sich in ein Ballspiel mit den großen Jungs zu stürzen. Besser als jede Frau zeigen sie ihren Mädchen die Bandbreite der Möglichkeiten und sind ihnen so ein Vorbild.
Auf die Szene in Saarbrücken gab es in Hinblick auf die Damen, die 30 Minuten lang geduldig auf ihren Auftritt gewartet haben, zweierlei Reaktionen: Die einen, wie ich, waren der Auffassung, dass es den Türaufhalter brauchte. Es wäre unhöflich gewesen, als Dame das Wort an sich zu reißen und auf diese Weise für eine ausgeglichene Geschlechterverteilung zu sorgen. Die anderen meinten, es könne eigentlich nicht sein, dass die Damen so lange geschwiegen haben und sich in den Hintergrund drücken ließen. Schließlich haben wir 2017. Haben wir?
— Nachtrag vom 12.12.2017:
Der Moderator Nilz Bokelberg hat bei Zeit Online beschrieben, warum er als Vater einer jugendlichen Tochter der Auffassung ist, dass es bis zur Gleichberechtigung von Mann und Frau noch ein weiter weg ist – Lesenswert!
http://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2017-08/feminismus-vater-nilz-bokelberg-autor-tochter
— Nachtrag vom 08.01.2018:
Eine Ode von und an die männlichen Feministen:
http://www.downvids.net/male-feminists-do-exist–1144424.html







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