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Kann man es in Sachen Feminismus auch übertreiben?

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Gestern war der 8. März – der Internationale Frauentag – und vielerorts gab es Spiegelungen und Debatten zur Frage: Wo steht die Frau, welche Rolle nimmt sie in der Gesellschaft ein? Der ein oder die andere mag das Thema nicht mehr hören, weil er oder sie ein Problem kaum wahrnimmt. Zeit für eine faktische Bestandsaufnahme.
Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein hehres Ziel. Erreicht haben wir es noch nicht. Insbesondere wenn wir über die Präsenz von Frauen in Führungsrollen sprechen oder über das Thema Bezahlung.

In Deutschland erhalten Frauen genauso häufig wie Männer einen Hochschulabschluss.
Doch eine gleich hohe Bildung garantiert noch keine gleich hohe Bezahlung. Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich 21 Prozent weniger Geld als Männer. Das ist der unbereinigte Gender Pay Gap. Da Frauen oft in anderen Berufen und Branchen arbeiten als Männer und sie auch zu einem höheren Anteil Teilzeit arbeiten, muss man sich den bereinigten Gender Pay Gap ansehen, und der beträgt in Deutschland noch ein Drittel davon. Dies bedeutet, dass im Durchschnitt Frauen unter der Voraussetzung vergleichbarer Tätigkeit und gleicher Qualifikation pro Stunde 7 % weniger als Männer verdienten.

Was das Thema Frauen in Führungsrollen angeht, hat sich die Bundesregierung am Instrument der Frauenquote versucht. Im Mai 2015 beschloss sie eine Quote in Höhe von 30 Prozent für den Anteil von Frauen in Aufsichtsräten für börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen (an der Zahl: 362). Das funktioniert wohl soweit. Aufsichtsräte sind Kontrollgremien. Sie sehen sich Zahlen an und stellen Fragen. Es handelt sich dabei nicht um die Geschäftsführungen.

Die aktuelle Version der Frauenquote besagt, 3500 weitere börsennotierte oder mitbestimmungspflichtige Unternehmen sollten sich eigene (!) Quotenziele für den Aufsichtsrat, Vorstand und darunter liegende Hierarchiestufen setzen. Das haben sie gemacht – häufig liegt die Quote bei Null – Frauen sind also bei der eigentlichen Führung von Unternehmen weiterhin außen vor.

Das kann man jetzt fortsetzen und sich darin „verbeißen“. Was die Rolle der Frau in der Wirtschaft angeht, ist sie also nach wie vor noch untergeordnet.

Zum Abschluss eine andere Zahl. Weltweit halten 25 Prozent der Menschen Männer für fähiger, arbeiten zu gehen, Geld zu verdienen, Bildung zu erlangen und weiterzugeben, als Frauen. Es scheint, als könne man es aktuell mit dem Feminismus noch nicht übertreiben.

Disclaimer: Arbeit ist nicht alles und die Rolle der Männer bei der Schaffung von Gleichberechtigung ist nicht zu unterschätzen.

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